Top-Gear-Produzent Andy Wilman: Salz, Staub und Freiheit

Andy Wilman, Executive Producer von Top Gear und The Grand Tour, erinnert sich an seine denkwürdigste Fahrt – quer über die gewaltigen Salzpfannen Botswanas.

Für die meisten Menschen ist es schwierig genug, die eine perfekte Ausfahrt zu benennen. Wer jedoch Straßen in mehr als 70 Ländern erlebt hat – vom geschäftigen Irak bis in die eisigen Weiten des Polarkreises –, entwickelt einen ganz eigenen Blick auf diese Frage.

Für Andy Wilman, Executive Producer von Top Gear, The Grand Tour und Clarkson’s Farm sowie Autor des Buches Mr Wilman’s Motoring Adventure, hat der ideale Sunday Drive wenig mit geschwungenen Kurven oder perfektem Asphalt zu tun. Tatsächlich kommt seine Wahl sogar ganz ohne Kurven und Asphalt aus – und streng genommen sogar ohne Straße.

Andy Wilmans perfekter Sunday Drive

„Eine gute Ausfahrt ist im Grunde wie ein gutes Essen in einem Restaurant“, sagt Wilman. „Das Auto und die Straße sind die Zutaten. Doch was wirklich zählt, sind die Menschen, die Atmosphäre und die Erinnerungen.“ Dieser Ansatz führt Wilman zurück in die Zeit, als er mit Top Gear und The Grand Tour die entlegensten Winkel der Welt bereiste. Am Steuer von Kamerafahrzeugen erlebte er Momente, die – wie die besten kulinarischen Erlebnisse – oft dort entstanden, wo man sie am wenigsten erwartet hätte. „Die ganze Welt war unser Spielplatz“, sagt er. „Für mich war es ein unglaubliches Privileg, auf einigen der schlechtesten Straßen der Welt unterwegs zu sein. Denn wer bekommt schon die Gelegenheit dazu?“

Mit einer Spitzenreichweite von etwa 350 Millionen Zuschauern hat Top Gear Menschen auf der ganzen Welt an unzähligen Traumrouten teilhaben lassen. Doch die Fahrt, die Andy Wilman bis heute am lebhaftesten in Erinnerung geblieben ist, begann erst, als die Dreharbeiten bereits abgeschlossen waren.

Über die Salzpfannen Botswanas

Nach den Dreharbeiten zum letzten Grand Tour-Special in Botswana machte sich das Team von Kubu Island aus auf den Rückweg zum Camp – quer über die Makgadikgadi-Salzpfannen. Die gewaltige, von einer Salzkruste überzogene Ebene war einst Teil eines prähistorischen Sees, der größer gewesen sein soll als die Schweiz.

The Grand Tour, Botswana, 2023, ©Andy Wilman

In seinem neuen Buch beschreibt Wilman die Fahrt so: „Es war wie ein Bataillon aus Star Wars – überall rote Rücklichter und aufwirbelnder Staub. Neben dir fahren ganze Phalanxen von Scheinwerfern, und du weißt: Wenn nur ein Fahrzeug im weichen Salz stecken bleibt, kommt der gesamte Konvoi zum Stillstand. Es ist eine echte Herausforderung, weil der salzige Untergrund ständig am Lenkrad zerrt und man das Tempo halten musst. Niemand darf den Anschluss verlieren, also bleibt man dicht beieinander. Und genau das vermittelt ein unvergleichliches Gefühl von Lebendigkeit.“ 

Für Wilman verkörpert diese Fahrt alles, was einen perfekten Sunday Drive ausmacht: kein Asphalt, keine Ideallinie, keine Leitplanken – dafür eine raue Landschaft, ein gemeinsames Ziel und ein Erlebnis, das allen Beteiligten dauerhaft in Erinnerung bleibt.

Porsche und die Top Gear-Jahre

Porsche sollte später eine wichtige Rolle in der Geschichte von Top Gear spielen – von den legendären Budget-Challenges mit 924, 944 und 928 bis hin zum wegweisenden Vergleich der sogenannten „Holy Trinity“ in The Grand Tour, bei dem sich der Porsche 918 Spyder gegen LaFerrari und McLaren P1 behauptete. Wilmans persönlicher Geschmack war jedoch stets deutlich bodenständiger. „Im Grand Tour-Büro haben sie sich immer über mich lustig gemacht, weil ich von allen verfügbaren Pressefahrzeugen ausgerechnet die langweiligen ausgesucht habe“, erzählt er.

Das änderte sich vor wenigen Jahren. Auf der Suche nach einem komfortablen Reisewagen mit ordentlicher Reichweite und – wenn möglich – dem Segen seiner Kollegen, entschied sich Wilman für seinen ersten Porsche Macan. Eine überzeugende Wahl: Auf den ersten folgte ein zweiter, später ein dritter. „Wenn man ein SUV in Macan-Größe sucht, warum sollte man dann nicht einfach einen Macan kaufen?“, sagt er. Zugleich habe das Modell seinen Blick auf die perfekte Ausfahrt verändert.

Andy Wilman, Executive Producer von Top Gear und The Grand Tour, Porsche Macan S, 2026, Porsche AG

„Ich bin heute viel gelassener“, erzählt Wilman. „Kein Chaos mehr. Ich genieße inzwischen ein wunderbares, ganz normales Leben und fahre mit meiner Frau und unserem Hund zu unserem Haus in Süditalien.“ Nach Wüsten, Geröllpisten und spektakulären Expeditionen pflege er nun eine langsamere Gangart, aber nicht weniger erfüllend. „Ich habe so viel erlebt“, sagt Wilman. „Das hier ist eine friedlichere Reise. Eigentlich sogar die perfekte: Italien, in unserem Macan.“

Verbrauchsangaben

  • Macan Turbo (WLTP)*: Stromverbrauch kombiniert: 20,6 – 18,3 kWh/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 0 g/km; CO₂-Klasse: A