Auf einen Blick
- Das Megaphonics-Event fand 2026 erstmals an zwei Tagen statt und begrüßte mehr als 7.500 Besucher aus Großbritannien und aller Welt.
- Die Ausstellungen spannten den Bogen vom Porsche 904 GTS über den 917 bis zum aktuellen Porsche 963.
- Rennsportlegende Richard Attwood und der ehemalige Porsche-Designer Tony Hatter bereicherten das neue Bühnenprogramm rund um Motorsport, Technik und Design.
- Porsche Cars Great Britain feierte 75 Jahre Porsche in Großbritannien.
Schon lange vor dem Öffnen der Tore gaben die Straßen rund um das Festivalgelände einen Vorgeschmack auf das, was die Besucher erwartete. Porsche-Modelle nahezu aller Generationen rollten über den Asphalt Oxfordshires: frühe Sportwagen und luftgekühlte 911 trafen auf Transaxle-Modelle, moderne GT-Sportwagen, SUVs und vollelektrische Fahrzeuge.
Als die Motoren schließlich verstummten, hatten sich die ehemaligen Landwirtschaftsgebäude und Innenhöfe in ein lebendiges Abbild der Porsche-Kultur verwandelt. Einige Gäste waren eigens aus den USA, Kanada, Mexiko, Australien, Dubai und Japan angereist. Sie kamen wegen der Fahrzeuge, aber auch wegen der Geschichten, Freundschaften und der gemeinsamen Begeisterung, die Menschen auf der ganzen Welt mit Porsche verbinden.
Dutzende Fahrzeuge, unzählige Verbindungen
In zwei sorgfältig kuratierten Ausstellungsbereichen zeichneten nahezu 50 Fahrzeuge ein kompaktes Bild der Entwicklung von Straßen- und Rennwagen aus Stuttgart-Zuffenhausen.
Im Bereich „Box 4“ bildete ein Porsche 904 GTS das Herzstück einer neun Fahrzeuge umfassenden Präsentation. Ergänzt wurde sie unter anderem durch einen 914/6 GT, einen historischen 911 ST und einen 911 Carrera RS 3.0. Gemeinsam veranschaulichten sie unterschiedliche Interpretationen von Leichtbau und Performance sowie die enge Verbindung zwischen Porsche-Straßenfahrzeugen und dem Motorsport.
Eine größere Ausstellung in „Box 5“ spannte den Bogen von den Anfängen des Langstreckensports bis in das Hybridzeitalter. Ein 917, ein 962 C und der Porsche 963 vereinten drei Epochen der Porsche-Prototypen für den Langstreckensport an einem Ort. Jahrzehnte liegen zwischen ihnen, doch verbunden sind sie durch das Streben nach Geschwindigkeit, technischer Effizienz und Dauerhaltbarkeit.
An anderer Stelle konnten Besucher die Rennsportgeschichte des 911 anhand eines 934, Kremer 935, 991 GT3 Cup und 997 RSR nachvollziehen. GT3 RS-Modelle der Baureihen 996, 997 und 992 zeigten, wie sich der straßenzugelassene 911 parallel dazu weiterentwickelt hat. Zu den besonders fahrdynamisch ausgelegten 993-Derivaten zählten ein RS Clubsport sowie mehrere GT2-Varianten.
Flach, breit und kompromisslos verkörperte der Porsche 963 des Hertz Team JOTA den modernen Langstreckensport im Herzen des Boxengasse Campus. Sein 4,6-Liter-V8-Biturbomotor in Kombination mit Hybridtechnologie steht für ein bekanntes Porsche-Prinzip: den Motorsport als Entwicklungslabor für technische Innovationen zu nutzen. Im direkten Vergleich mit dem 917 und dem 962 wurden die Gemeinsamkeiten dieser drei Generationen von Langstreckenprototypen sichtbar.
Porsche-Historie auf der Bühne
Eine neue Live-Bühne bildete das Zentrum der Megaphonics 26. Fahrzeuge wurden dort für Präsentationen und Gesprächsrunden in Szene gesetzt. Inhaltlich spannte das Programm den Bogen von Motorsport und Design über Restaurierung bis hin zu neu interpretierten Klassikern.
Zu den prominentesten Gästen zählte Richard Attwood. Gemeinsam mit Hans Herrmann steuerte er 1970 den rot-weißen 917 KH im Salzburg-Design zum ersten Porsche-Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans. Mehr als ein halbes Jahrhundert später nutzten die Besucher die Gelegenheit, Erinnerungen aus jener Epoche aus erster Hand zu hören.
Die Designgeschichte von Porsche wurde durch Tony Hatter repräsentiert. Der Brite war unter anderem an der Gestaltung des 911 der Baureihe 993, des 911 GT1 und des Carrera GT beteiligt. Anhand mehrerer ausgestellter 993-Derivate wurde sichtbar, wie Designentscheidungen aus vergangenen Jahrzehnten bis heute in Fahrzeugen weiterleben, die von ihren Besitzern regelmäßig gefahren und geschätzt werden.
Megaphonics 26 stand zudem im Zeichen des 75. Jubiläums von Porsche in Großbritannien. Gefeiert wurde die enge Verbindung zwischen der Marke und dem Vereinigten Königreich seit der ersten Fahrzeugauslieferung im Jahr 1951. Diese Geschichte umfasst Erfolge auf Rennstrecken und Rallyepisten, ein Netzwerk von Porsche-Zentren sowie Generationen von Besitzern, für die ihre Fahrzeuge zu einem festen Bestandteil des Familienlebens geworden sind.
Mehr als ein Fahrzeug-Treffen
Der besondere Charakter von Megaphonics zeigte sich nicht nur in den ausgestellten Fahrzeugen. Wie bei vielen Zusammenkünften der Porsche-Community waren es oft die kleinen Momente, die in Erinnerung blieben: ein Besitzer, der die Geschichte seines viel gefahrenen 911 erzählt, Menschen, die über gemeinsame Interessen ins Gespräch kommen, oder ein Rennfahrer, der von Ereignissen berichtet, die längst Teil der Motorsportgeschichte geworden sind. Ein passender Abschluss für die bislang umfangreichste Ausgabe der Megaphonics.
Info
Bilder: Megaphonics by Boxengasse
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