Auf einen Blick
- Ariel Hukporti ist dritter Deutscher, der die NBA-Meisterschaft gewinnt
- Der 24-Jährige spielte von 2016 bis 2020 bei der Porsche Basketball-Akademie
- Jugendförderung vergibt Porsche Turbo Award erstmals an Alumnus
- Hukporti erhält Auszeichnung während einer Führung durchs Porsche Museum
- Hukporti: „Es klingt komisch, aber dieser Award ist mir fast so wichtig wie der Ring zur NBA-Meisterschaft.“
Ariel Hukporti steht im Porsche Museum, Halbzeit bei der Führung, vor ihm reihen sich Pokale zwischen Rennwagen. In New York kennt man ihn als „Big A“, auf dem Trikot trägt er die Nummer 55. An diesem Tag aber ist er für einen Moment wieder der frühere Ludwigsburger Nachwuchsspieler, der jahrelang auf genau diesen Preis gehofft hatte. Das Museum ist sehr gut besucht, die Sonderausstellung „Raceborn – 75 Jahre Porsche Motorsport“ hat erst begonnen, und doch gehört dieser Moment nur ihm.
Marc Lieb, Teamleiter Sportkommunikation Porsche AG, ehemaliger Porsche-Werksfahrer und Le-Mans-Sieger, überreicht ihm den Porsche Turbo Award 2026 mit der Gravur „Outstanding Achievement“. Hukporti hält ihn fast ungläubig, klatscht und lacht. Dann sagt er: „Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viel mir dieser Award bedeutet. Es klingt komisch, aber dieser Award ist mir fast so wichtig wie der Ring zur NBA-Meisterschaft.“
Es ist nicht der erste Pokal in seinem Leben. In seiner Jugend gewinnt Hukporti nahezu alles, was es in seinen Ligen zu gewinnen gibt: Rookie des Jahres, Defensivspieler des Jahres, Most Valuable Player, kurz MVP und Allstar Game MVP. Im Juni 2026 kommt der bisher größte sportliche Erfolg dazu: Mit den New York Knicks wird Hukporti Champion der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA. Der 2,13 Meter große Center, zuständig für die Zone nahe am Korb, ist damit der dritte deutsche NBA-Meister nach Dirk Nowitzki und Isaiah Hartenstein. Trotz des großen Erfolgs wirkt dieser Award in Stuttgart nicht wie eine Kleinigkeit.
Für Hukporti gehört er zu einer Geschichte, die lange vor New York begonnen hat. „Ich habe jedes Jahr darauf gewartet, ihn zu gewinnen“, erinnert er sich. „Bei jeder Verleihung war ich dabei, immer bereit, aufzustehen und ihn mir abzuholen, aber mein Name wurde nie aufgerufen.“ Er lacht laut, aber nicht so, als sei es ihm egal gewesen. Im Gegenteil. „Dieser Award hat mich echt motiviert. Ich war jedes Jahr richtig sauer, als ich ihn nicht bekommen habe.“ Das klingt nach Ehrgeiz, nach einem Spieler, der auch aus Enttäuschungen Energie fürs nächste Training ziehen konnte. Heute, Jahre später, hält er genau diesen Award in der Hand. Mit der Sonderkategorie „Outstanding Achievement“ würdigt Porsche nun erstmals einen ehemaligen Nachwuchsathleten der Partnervereine. Die Auszeichnung steht für Hukportis Entwicklung von der Ludwigsburger Akademie bis zum Titelgewinn in der NBA.
Kein Plan B
Geboren wird Hukporti am 12. April 2002 in Stralsund. Über Freiburg kommt er nach Ludwigsburg. 2016 wechselt er in die Porsche Basketball-Akademie, wird dort ausgebildet, spielt JBBL und NBBL, die höchsten deutschen Nachwuchsligen der männlichen U16 und U19, dazu Regionalliga.
Er trainiert schon früh mit den Profis. Mit 16 Jahren debütiert er für die MHP RIESEN in der Basketball Bundesliga. „Als ich in Ludwigsburg begonnen habe, war ich richtig schlecht“, erinnert er sich an seine ersten Schritte. „Ich war einfach nur groß.“
Dann nennt er Trainer, Wegbegleiter, Freunde. Menschen, die immer an ihn geglaubt haben. Zwei davon hat er ins Porsche Museum mitgebracht: David McCray, Sportlicher Leiter der MHP RIESEN, und Tyreese Blunt, ehemaliger Teamkollege und guter Freund des NBA-Champions.
Aus seiner Ludwigsburger Mannschaft wird eine besondere Gruppe. „Sie waren enge Freunde und die meisten sind es heute noch“, beschreibt McCray. „Zehn von zwölf Spielern wurden später Profis. Das muss man sich mal vorstellen!“ Hukportis Talent habe das Niveau der anderen gehoben, die Gruppe mitgezogen und jeden im Training besser machen wollen. „Im Training war der Wettbewerb oft härter als in manchen Spielen“, erinnert sich Blunt. „Wir hätten Hukporti in seinen Jugendjahren jedes Jahr für die beste sportliche Entwicklung auszeichnen können“, sagt McCray. „Haben wir aber nicht, weil wir auch anderen Spielern eine Bühne geben wollten.“ Dass das Hukporti so lange beschäftigte, wussten damals nur wenige.
Von Ludwigsburg aus führt ihn der Weg nach Litauen und Australien. Dazwischen und danach kommen Verletzungen, meist gegen Ende einer Saison. Ein Beinbruch, eine Achillessehnenruptur, Meniskusprobleme. „Alles“, antwortet Hukporti auf die Frage, was am schwierigsten gewesen sei. „Verletzungen ebenso wie mentale Probleme, wenn es um Verletzungen ging.“ Und doch: Ans Aufgeben habe er nie gedacht. Einen Plan B gab es nicht. „So viele Menschen haben an mich geglaubt, viel Zeit und Geld in mich investiert. Da hätte ich nicht einfach sagen können: Ich höre jetzt auf.“
Vom letzten Pick zum NBA-Champion
2024 kehrt Hukporti noch einmal nach Ludwigsburg zurück. Kurz darauf wird er im NBA Draft, dem Auswahlverfahren der Liga für Nachwuchs- und internationale Spieler, an 58. und damit letzter Stelle ausgewählt. Die Dallas Mavericks sichern sich zunächst die Rechte an ihm, geben sie aber noch am selben Abend an die New York Knicks weiter. Für viele Spieler wäre der letzte Pick ein unsicherer Anfang. Für Hukporti war es ein Einstieg. „Undrafted oder letzter Pick heißt eben nicht Ende“, sagt er. „Es heißt nur, dass viele noch nicht an dich geglaubt haben.“ Er selbst habe nie an sich gezweifelt.
Im Juni 2026 erlebt Hukporti den größten Basketballmoment seiner bisherigen Laufbahn: Die New York Knicks gewinnen die NBA-Finals gegen die San Antonio Spurs und holen ihren ersten Titel seit 53 Jahren. Hukporti ist dritter Center, ein Ergänzungsspieler mit begrenzten, aber realen Minuten in den Playoffs und in den Finals. Genau diese Rolle beschreibt er nüchtern. Es ging dabei nicht um viele Würfe oder eine Statistik. Es ging um Bereitschaft. „Jeder hat seine Rolle verstanden“, sagt er über die Knicks. „Alle spielen für die Championship. Alle akzeptieren ihre Rolle.“
Als das entscheidende Spiel vorbei ist, fällt der Druck ab. „Relieved“, versucht er das Gefühl zu beschreiben, sucht kurz nach dem deutschen Wort, findet dann die Erinnerung: „erleichtert“. Freude sei da gewesen, natürlich. Aber auch eine Art Erstaunen. Als Kind habe er auf der Konsole NBA 2K gespielt und dort Meisterschaften gewonnen. Plötzlich steht er in der echten Halle, neben Spielern, die er sich früher angeschaut hat. „Das ist wie in einem Film.“
Teamgeist, Respekt und Verantwortung
Der Besuch im Porsche Museum führt Hukporti auch zurück zu einem Teil seiner eigenen Geschichte. Die Porsche Jugendförderung „Turbo für Talente“ unterstützt mit dem Programm junge Sportlerinnen und Sportler bei Partnervereinen in mehreren Disziplinen. Im Basketball ist die Sportwagenschmiede Namensgeber der Porsche Basketball-Akademie Ludwigsburg, der Nachwuchsabteilung der MHP RIESEN. Der Porsche Turbo Award würdigt einmal im Jahr Nachwuchsathletinnen und Nachwuchsathleten traditionell in den Kategorien beste sportliche Entwicklung, beste schulische Leistung und außergewöhnliches soziales Engagement. Mit der Auszeichnung unterstreicht Porsche zusammen mit seinen Partnervereinen den Anspruch der Jugendförderung, junge Menschen nicht nur sportlich, sondern auch in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung zu begleiten. Bei Hukporti gibt es eine doppelte Ausnahme: Eine Auszeichnung in der Sonderkategorie „Outstanding Achievement“ an den ersten Alumnus des Programms.
Mit Marc Lieb, der ihm den Award überreicht, spricht Hukporti über Druck, Teamarbeit und Routinen. Es ist ein Gespräch zwischen zwei Sportlern, die völlig unterschiedliche Welten kennen und doch schnell bei gemeinsamen Themen landen. „In der Porsche Basketball-Akademie und durch die Porsche Jugendförderung habe ich nicht nur sportlich viel gelernt“, fasst Hukporti zusammen. „Mir wurden auch Werte wie Teamgeist, Respekt und Verantwortung vermittelt, die mich bis heute prägen und mir in der NBA helfen.“ Was er jungen Spielern mitgeben würde: „niemals aufgeben.“
Nach der Meisterschaft folgt für Hukporti nun der nächste Schritt in der NBA: In der Free Agency einigt er sich im Juli 2026 auf einen Einjahresvertrag mit den Philadelphia 76ers.
Die Porsche Jugendförderung „Turbo für Talente“
Die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG nimmt gesellschaftliche Verantwortung ernst und investiert mit der Porsche Jugendförderung im Sport gezielt in die Zukunft. Unter dem Motto „Turbo für Talente“ engagiert sich Porsche für den Nachwuchs von insgesamt acht Kooperationspartnern im Fußball, Basketball, Eishockey und Tennis. Bei den Engagements geht es nicht nur um die Unterstützung einer qualitativ hochwertigen Ausbildung im Sport, sondern auch um die soziale und persönliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Die Initiative „Talente Hand in Hand“ soll die Nachwuchsathleten in Zusammenarbeit mit sozialen Institutionen für gesellschaftlich relevante Themen wie Inklusion, Umweltbewusstsein und Gesundheit sensibilisieren. Damit wird gleichzeitig sozial benachteiligten Personen der Zugang zu Sport- und Gemeinschaftserlebnissen erleichtert. Prominenter Pate des Förderprogramms ist Fußball-Weltmeister Sami Khedira. Alle Informationen zur breit gefächerten Jugendförderung gibt es auf www.turbofürtalente.de.