Auf einen Blick
- Porsche 963 mit der Startnummer 6 erreicht in Indianapolis Platz drei
- Schwesterauto im Werksteam Porsche Penske Motorsport früh in Kollision verwickelt
- Meisterschaftsentscheidungen fallen erst beim „Petit Le Mans“ am 3. Oktober
Das Rennen über 2:40 Stunden in Indianapolis begann mit einem Paukenschlag. Während einer unglücklichen Situation in der ersten Kurve wurden alle drei Porsche 963 in Kollisionen verwickelt. Am schlimmsten traf es dabei die Startnummer 7. Der Wagen trug erhebliche Schäden davon. Das Schwesterauto mit der Nummer 6 kam indes nahezu unbeschädigt davon. Der Franzose Kévin Estre und der ehemalige Porsche-Junior Laurin Heinrich aus Deutschland brachten den Hypridprototypen aus Weissach mit starken Zeiten auf Platz drei ins Ziel.
Die Startnummer 7 verlor bereits in der ersten Kurve der allerersten Runde alle Chancen auf ein gutes Ergebnis. Bei einer unglücklichen Berührung wurde das Auto des Franzosen Julien Andlauer umgedreht. Nachfolgende LMP2-Fahrzeuge konnten nicht ausweichen und kollidierten mit dem Porsche 963, der die Auftaktrennen in Daytona und Sebring gewonnen hatte. Durch die fälligen Reparaturen fielen Andlauer und sein Teamkollege Felipe Nasr aus Brasilien um mehr als 20 Runden zurück. Am Ende wurde die Nummer 7 auf Platz elf der GTP-Klasse gewertet.
„Mit der Startnummer 6 haben wir heute das Maximale herausgeholt“, sagt Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport. „Die Aufholjagd bis auf das Podest war stark und das Ergebnis einer perfekten Teamleistung. Leider sind unsere Hoffnungen auf den erneuten Gewinn der Meisterschaft trotz dieses Resultats nur noch theoretischer Natur. Dennoch werden wir beim Finale auf der Road Atlanta alles versuchen. Die Startnummer 7 hatte in der ersten Runde großes Pech. Es war ein sehr unglücklicher Zwischenfall. Ich hoffe, dass wir beim Petit Le Mans das Glück auf unserer Seite haben.“
„Erstmals seit April sind wir wieder auf dem Podium. Das tut richtig gut“, bilanziert Urs Kuratle, Leiter Werksmotorsport LMDh. „Wir haben heute strategisch alles richtig gemacht. Dies und die starken Leistungen der Fahrer haben uns verdient dieses Resultat eingebracht. Gratulation an BMW zum Rennsieg.“
In der Herstellermeisterschaft hat Porsche noch rechnerische Chancen auf den erneuten Gewinn des Titels. Der Rückstand auf die Spitze beträgt 136 Punkte. Sollten alle Fahrzeuge in das Rennen starten, lassen sich bis zu 165 Zähler aufholen. Auf Grundlage dessen sind auch die Hoffnungen von Laurin Heinrich auf den Fahrertitel noch lebendig. Der Deutsche liegt 147 Punkte hinter dem Führenden Jack Aitken aus Großbritannien.
Kundenteam JDC-Miller MotorSports mit Pech in der ersten Runde
Auch der Porsche 963 des Kundenteams JDC-Miller MotorSports war unverschuldet in die Kollision in der ersten Runde verwickelt. Die Startnummer 5 mit Tijmen van der Helm musste einen Reparaturstopp absolvieren und fiel dabei hinter alle GT-Autos zurück. Der Niederländer und Porsche-Werksfahrer Nico Müller aus der Schweiz kämpften sich im weiteren Verlauf des Rennens bis auf den neunten Gesamtrang nach vorn.
GT-Klassen: „Rexy“ Porsche 911 GT3 R nach Strafe weit zurück
In der GTD-Pro-Klasse lag der „Rexy“ genannte Porsche 911 GT3 R von AO Racing phasenweise auf Podestkurs. Doch das amerikanischen Kundenteam hatte Pech mit einer Safety-Car-Phase. Werksfahrer Nick Tandy musste die geschlossene Boxengasse ansteuern, um nachzutanken. Da das Team mehr als die erlaubten Arbeiten bei einem solchen „Notfallstopp“ absolvierte, wurde eine 60-sekündige Strafe fällig. Diese warf das Team auf Platz zehn zurück. In der GTD-Kategorie zeigte Wright Motorsports eine saubere Leistung. Der Neunelfer mit der Startnummer 120 erreichte Platz sechs der Klasse.
Das Saisonfinale der IMSA WeatherTech SportsCar Championship findet am 3. Oktober auf der Road Atlanta statt. Das sogenannte „Petit Le Mans“ führt über eine Distanz von zehn Stunden.
Weiterführende Informationen und Links
Alle Ergebnisse und Gesamtstände: Alkamelsystems
75 Jahre Porsche Motorsport: Die Geschichte von #Raceborn
60 Jahre Erfolg auf den Rennstrecken: Team Penske
Hochauflösende Fotos: Porsche in Indianapolis
Fahrerstimmen zum Rennen
Laurin Heinrich (Porsche 963 #6): „Das war eine schöne Aufholjagd. Es war großartig, dass ich in der Startnummer 6 fahren durfte. Wir haben das Beste aus unserer Situation gemacht. Erstmals habe ich mir mit Kévin Estre ein Auto geteilt - und prompt landen wir auf dem Podest. Das ist gemessen an unseren aktuellen Möglichkeiten ein Traumergebnis. Ich habe immer noch Chancen auf den Gewinn der Meisterschaft. Das war das Ziel für dieses Wochenende. Dies haben wir erreicht.“
Julien Andlauer (Porsche 963 #7): „Wir sind mit großer Zuversicht in das Rennen gestartet, aber dann war bereits nach der ersten Kurve alles verloren. Dort wollten drei Autos nebeneinander durch die Ecke, was natürlich nicht gut ging. Zum Glück hat sich niemand wehgetan. Unsere Mannschaft hat innerhalb von 20 Minuten alle Schäden repariert. Das war stark! Anschließend war unser Auto wie neu. Wir haben im weiteren Verlauf zwar nichts mehr gewinnen können, aber wichtige Daten gesammelt. Diese können uns beim Saisonfinale auf der Road Atlanta vielleicht helfen.“
Nico Müller (Porsche 963 #5): „Mein Teamkollege wurde sofort nach dem Start in ein regelrechtes Chaos verwickelt. Er konnte in dieser Situation nichts tun, um einen Kontakt zu vermeiden. Leider mussten wir danach für Reparaturen an die Box und eine Strafe absitzen. Anschließend waren wir eine Runde zurück. Dank guter Strategie sind wir wenigstens noch etwas nach vorn gekommen. Für das nächste Rennen auf der Road Atlanta müssen wir versuchen, unseren Porsche 963 besser in das optimale Betriebsfenster zu bringen. Gelingt uns das, dann ist ein gutes Ergebnis möglich.“