Auf einen Blick
- Wichtige Fahrzeug-Updates zur Saison 2026 verhelfen zu großen Erfolgen
- Zusammenspiel von Porsche Penske Motorsport und Entwicklern entscheidend
- Werksfahrer loben das verbesserte Fahrverhalten des Hybridprototypen
- „Made in Flacht“ als Gütesiegel bei der Entwicklung von Rennwagen
Vor dem Start in das erste Sprintrennen der IMSA-Saison auf den Straßen von Long Beach (18. April) kann das Werksteam Porsche Penske Motorsport erneut eine makellose Bilanz vorzeigen: Die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG führt alle IMSA-Wertungen an. Damit kann Porsche ein weiteres Mal die Titelverteidigung ins Visier nehmen. Bis dahin sind noch sieben weitere Rennen mit höchst unterschiedlichem Charakter und Zeitspannen von 100 Minuten bis zehn Stunden zu absolvieren.
Grundlage für die Erfolge bilden eine optimal abgestimmte Arbeit der Mannschaft von Porsche Penske Motorsport, starke Vorstellungen der Werksfahrer in den Cockpits, ausgefeilte Rennstrategien und nicht zuletzt der Hybridprototyp selbst. Porsche hat den 963 seit seinem Rollout im Januar 2022 in Weissach bis heute konsequent verbessert, obwohl die teilnehmenden Hersteller in der amerikanischen IMSA-Serie – wie auch in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC – in der aktuellen Homologationsphase bis Ende 2027 nur fünf sogenannte Entwicklungs-Joker einsetzen dürfen.
Entwicklung bis an die physikalischen Grenzen
„Porsche hat den Motorsport schon immer genutzt, um Technologien zu erproben und Grenzen neu zu definieren. Mit genau dieser Herangehensweise haben wir den Porsche 963 zu dem gemacht, was er heute ist“, erklärt Urs Kuratle, Leiter Werksmotorsport LMDh. Die Weiterentwicklung des Hybridprototypen erfolgte in drei Schritten. Im Winter 2023 hat Porsche für das Folgejahr wichtige Verbesserungen bezüglich der Dauerhaltbarkeit implementiert. Für das Jahr 2025 folgten Optimierungen unter anderem am Fahrwerk und zum Start in diese Saison standen aerodynamische Entwicklungen im Fokus der Mannschaft aus Weissach.
„Wir haben uns sehr frühzeitig auf einen Entwicklungsfahrplan verständigt und diesen konsequent und sehr erfolgreich umgesetzt“, schildert Stefan Moser, Technischer Leiter im LMDh-Projekt von Porsche. Der Erfolg gibt dem Ingenieur und seiner Mannschaft in Weissach recht: 2024 gewann der Porsche 963 alle Titel in der IMSA-Meisterschaft, in der nächsten Saison wiederholte der Sportwagenbauer den Triumph auf ganzer Linie und in das laufende Jahr ist Porsche Penske Motorsport ebenso gestartet wie zwölf Monate zuvor: mit dem Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Daytona und einem Doppelerfolg bei den 12 Stunden von Sebring.
Die Fahrzeug-Updates mussten angesichts der limitierten Entwicklungs-Joker gewissenhaft geplant und mit Bedacht gewählt sein. „Unter diesen Voraussetzungen schauen wir uns immer an, an welcher Stelle wir das größte Verbesserungspotenzial haben“, erläutert Urs Kuratle und ergänzt: „Die Fahrer spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie legen mit ihrem schonungslosen Feedback diese Potenziale offen. Wir müssen dann mit technischen Entwicklungen bestmöglich gegensteuern.“ Unter den Porsche-Werksfahrern herrscht Einigkeit: Der 963 hat sich von Jahr zu Jahr spürbar verbessert.
Fahrer loben verbesserten 963
„Wenn ich jetzt eine Vergleichsfahrt mit dem 963 von 2023 und dem Rennwagen von heute machen würde, dann wären das gefühlt zwei völlig unterschiedliche Fahrzeuge“, erklärt Matt Campbell, amtierender IMSA-Meister. „Die Fortschritte waren seit dem Debüt des Autos wirklich gewaltig: zuerst in Sachen Zuverlässigkeit, dann im Bereich der Kinematik und jüngst bei der Aerodynamik. Hinzu kommen Optimierungen an den vielen Steuersystemen, die sich unter anderem direkt auf Bremsverhalten, Traktion und das Powermanagement des Antriebs auswirken.“
„Wir haben die Fortschritte vor allem auf dem Weg zum Sieg in Sebring gespürt“, berichtet Werksfahrerkollege Julien Andlauer, der am Steuer der Startnummer 7 die ersten beiden Saisonrennen gewonnen hat. „Die Fahrbarkeit ist erheblich angenehmer geworden, wir nutzen die Reifen besser und der Porsche ist in schnellen Passagen und auf Bodenwellen viel berechenbarer. Das sollte uns im weiteren Verlauf des Jahres zum Beispiel in Watkins Glen und auf der Road Atlanta zugutekommen.“
Neue Ideen in Weissach: Es steckt noch mehr im 963
Während Team und Fahrer in der nordamerikanischen Meisterschaft große Erfolge feiern, lassen die Entwicklungsingenieure in Weissach nicht locker. „Zurücklehnen und ausruhen ist nicht unsere Art“, lacht Stefan Moser. „Wir orientieren uns nicht an Ergebnissen, sondern pflegen die reine Ingenieurssicht. Uns treibt der Wunsch, die physikalischen Grenzen auszureizen. Entsprechend gibt es immer noch Potenziale. Es ist wie beim 911, den Porsche seit über 60 Jahren immer weiter verbessert. Auch im 963 steckt noch mehr.“
„Wir haben noch einen Entwicklungsjoker in der Hinterhand“, freut sich Urs Kuratle. „Wir werden uns genau überlegen, wie wir ihn zur Saison 2027 möglichst gewinnbringend einsetzen können. Unsere Mannschaft in Weissach hat dafür bereits einige Ideen…“
Stillstand ist Rückschritt: Nach diesem Motto werden die Entwickler in Weissach in bester „#Raceborn“-Manier weiter an Verbesserungen für den Porsche 963 arbeiten – denn der Hybridprototyp des Stuttgarter Sportwagenbauers soll auch weiterhin das Maß der Dinge bleiben.
Weiterführende Informationen
Saison 2023: Die Technik des Porsche 963 im Detail
Saison 2024: Porsche gewinnt alle IMSA-Titel
Saison 2025: Die Wiederholung der Vorjahrestriumphe
Daytona 2026: Der dritte Gesamtsieg in Folge
Sebring 2026: Porsche feiert 20. Sieg auf der Buckelpiste